Die Reise durch den Gradewald
Es waren einmal drei -hoffs, die hießen Alt, Kalt und Heiring. Sie kannten sich schon lange und wollten, um sich vom grauen Arbeitsalltag zu erholen, eine Reise durch den Gradewald machen.
Als sie bereits eine Stunde liefen, kamen sie an einen kleinen Hügel, von dem bedrohliche Laute ausgingen. "Was sind das für Geräusche?", rief Heiring. "Merkwürdiger Berg!...", sagte sich Alt. "Keine Panik!", erklärte Kalt, "Dies ist doch der Wasserberg, und die Geräusche kommen vom Säger auf der anderen Seite!"
So gingen sie um den Berg herum und boten dem Säger an, sie zu begleiten. Zu viert machten sie sich nun auf den Weg. Nach einer weiteren guten Stunde hörten sie etwas abseits des Weges wieder ein Geräusch. Es klang wie ein Weinen. "Wir müsssen nachsehen!" drängte Heiring. "Ach wirklich?" fragte Alt, doch Heiring war schon auf dem Weg nachzusehen, woher das Geräusch kam. Heiring wurde bald fündig: es war ein kleines Lammers, das über einen alten Baumstrunk gefallen war, und weil es im Moment auch nichts besseres zu tun hatte, begleitete es die drei -hoffs und den Säger. Zu fünft zogen sie weiter, bis sie hoch in den Lüften einen Engelbrecht entdeckten. Er hatte einen Strauß Rösel dabei, flog auf sie zu, landete und überreichte die Rösel dem Lammers.
"Wieso bekommst ausgerechnet du die Rösel und nicht ich?", fragte Heiring. "Nur kein Neitmann! Alter vor Schönheit." - "So,", sagte der Engelbrecht, "kann ich mit euch kommen? Ihr reist doch durch den Gradewald?" - "Ja logisch!", antwortete Alt. So zogen sie zu sechst weiter , bis sie einen Hahn trafen, der einen goldenen Petring um den Hals hatte. "Wat für een Glück ick hatte; ick hab diesen wertvollen Petring zwischen den Wiegmann-Büscher jefunden, und nun kann ick euch auf wat zu trinken eenladen, weil ick jetzt reich bin. Darf ick?" - "Ja logisch!", antwortete Alt. "Ich kenne eine Kneipe, gr nicht kalweit von hier!", meldete sich Kalt zu Wort, "Außerdem arbeitet dort ein Unselt-Koch."
So zogen sie zu siebt weiter, bis sie an eine Lichtung kamen. "Wie weit ist es denn noch, bis wir beyer Kneipe sind?", nölte das Lammers, "Das ist ja noch 'ne riesige Wiesemann!" - "Tut mir leid," entgegnete der Hahn, "aber da müssen wir lang. Da vorne wohnt ein Verwandter von mir der Berghahn, der muß auch mit." So gingen sie zu acht weiter zur Kneipe, wo sich alle Beteiligten nach einem guten Hirschibraten, den der Unselt-Koch zubereitet hatte, reichlichem Alkohlgenuß hingaben. "Bringt mir mal wer 'nen Biermann?" - "Einen Doppelten auf Eysel, bitte!" - "Wolter auch 'n Bockbier?" All dem wurde nachgegangen, und so gosmann die Gläser nach, bis alle völlig beduselt nach schlüterten...